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Ersatzneubau Levensauer Hochbrücke, Schleswig-Holstein

Die kombinierte Fußgänger-, Straßen- und Eisenbahnhochbrücke Levensau wurde 1894 erbaut und ist das älteste den Nord-Ostsee-Kanal überspannende Brückenbauwerk. Aufgrund einer geplanten Kanalverbreiterung sowie dem nahenden Ende der technischen Lebensdauer ist nun der Abriss und die Errichtung eines Ersatzneubaus in gleicher Position geplant. 

Die Fakten.

Leistungen WK Consult:
Objektplanung
Tragwerksplanung
Örtliche Bauüberwachung
Planfeststellungsverfahren

Bauvolumen:
über 100 Mio. Euro

Die Aufgabe.

Der Ersatzneubau ist als Spreizbogenbrücke mit einer Spannweite von rund 180 m und einer Durchfahrtshöhe von 42 m geplant. Die Planungsaufgaben bzgl. des Unterbaus umfassen vielfältige Aspekte. Insbesondere sind zwei Herausforderungen hervorzuheben: Die Planung der Ufersicherung stellt vor allem auf der Kanalsüdseite eine beachtliche Aufgabe dar. Zudem befindet sich in den gemauerten Widerlagern ein mit über 5.000 Tieren deutschland- und mitteleuropaweit bedeutendes Winterquartier für mehrere Fledermausarten. Aus Gründen des EU-Artenschutzes muss dieses Widerlager als Naturhabitat am Südufer des Kanals zwingend erhalten werden. 

Die Uferböschung ist im aktuellen Zustand übersteil und rechnerisch nicht standsicher. Durch die Verbreiterung des Kanals und die nach dem Bogenrückbau der aktuellen Brücke veränderte Lastsituation wird eine Neuauslegung der Böschung unter nochmals erschwerten Bedingungen notwendig. Als Lösung ist ein System aus mehreren hintereinandergeschalteten und im Lastabtrag zum Teil interagierenden Verbauwänden (Großbohrpfähle und eine Spundwand) vorgesehen. Die Dimensionierung dieser Wände erforderte komplexe Finite Elemente Modellierungen mit der Software PLAXIS.

Eine weitere Kernaufgabe stellt die Ableitung der Überbaulasten (rund 48 MN Kämpferdruck) über die vier Bogenfußpunkte in den Untergrund dar. Hier sind sog. Brunnenfundamente vorgesehen – großformatige Stahlbetonpfähle mit neun Metern Durchmesser – welche die Vertikal- und Horizontallasten verformungsarm in tiefere Bodenschichten ableiten. Für die Dimensionierung wird u.a. aufgrund der Ähnlichkeit der Konstruktion und der Randbedingungen auf Bemessungsmethoden zurückgegriffen, welche regulär für die Auslegung von Gründungselementen von Offshore-Windenergieanlagen angewandt werden.

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