Wissen, das trägt.

Eindrucksvolle
Orchestrierung.

Elbphilharmonie Hamburg

Die Elbphilharmonie wurde mit dem Ziel geplant, ein neues Wahrzeichen der Stadt und einen „kulturellen Leuchtturm für alle Bürger“ zu schaffen. Das imposante Gebäude beherbergt nicht nur einen der zehn besten Konzertsäle weltweit, sondern auch ein 5-Sterne-Hotel, circa 45 Eigentumswohnungen sowie eine Parkgarage. Nach 15 Jahren Planungs- und Bauzeit konnte die Elbphilharmonie fertiggestellt werden. Die statische Prüfung der Elbphilharmonie Hamburg war eine ingenieurstechnische Aufgabe ersten Ranges und stellte sehr hohe Anforderungen an die Prüfer.

Die Fakten.

Leistungen WK Consult:
Bautechnische Prüfungen und Abnahmen vor Ort

Bauvolumen:
> 700 Mio. Euro

Die Aufgabe.

Angefangen hat die Geschichte der Elbphilharmonie als Kaispeicher A für die Lagerung von Kaffee und Kakao. Die Stadt Hamburg beauftragte WK Consult kurz vor der kompletten Entkernung 2007, die schwierige Bautechnik hinsichtlich der Umnutzung zu einem Konzert- und Wohnhaus sowie einem Hotel zu prüfen.

Wie bei kaum einem anderen Projekt kamen bei der Elbphilharmonie nahezu sämtliche Bauverfahren und Baustoffe vor. Oft mussten Konstruktionen entwickelt werden, die es vorher so noch nicht gegeben hatte. Bei der Anwendung der Bauvorschriften war dabei nicht immer der gewohnte strikte Weg begehbar. Hier waren projektbezogene Auslegungen gefragt, da viele Sonderfälle nicht in den einschlägigen Vorschriften für den üblichen Hochbau berücksichtigt waren. Dieses Vorgehen war nur durch eine umfangreiche, intensive Abstimmung mit der obersten Bauaufsicht möglich.

ERHALTUNG DER FASSADE
Ein alter Hafen-Speicher bildet die Ausgangsbasis für die neue Elbphilharmonie. Für den Bau des Konzerthauses musste der Speicher komplett entkernt werden, die äußere Hülle blieb erhalten. Dafür musste die etwa 30 m hohe Bestandsfassade mit Aussteifungstürmen für die Entkernung und Neuerstellung der inneren Konstruktion abgestützt werden.

ERWEITERUNG DES BESTANDSTRAGWERKS
Nach seiner Zerstörung im zweiten Weltkrieg wurde der Kaispeicher A 1963 bis 1966 nach einem Entwurf von Werner Kallmorgen auf 1.111 Stahlbetonrammpfählen neu errichtet. Die etwa 30 m hohe denkmalgeschützte Bestandsfassade wurde mit Aussteifungstürmen für die Entkernung und Neuerstellung der inneren Konstruktion abgestützt. Um die Standsicherheit für das imposante Gesamtgewicht des Konzerthauses von immerhin 200.000 t zu erhalten, wurde nach unserer Prüfung das Bestandtragwerk mit 650 neuen Ortbeton-Teilverdrängungsbohrpfählen nachgerüstet.

KONZERTSAAL
Der Konzertsaal, der mit ca. 2.150 Plätzen komplett von der übrigen Gebäudekonstruktion schwingungstechnisch entkoppelt ist, erforderte als räumliches Gesamttragwerk aus Stahl eine gesonderte statische Untersuchung.

GLASFASSADE
Die über dem Kaispeicher A schwebende Glasfassade der Elbphilharmonie umfasst etwa 21.500 Quadratmeter Fassadenfläche und besteht aus 1.100 Glaselementen unterschiedlicher Größe und Form. Die Einzelscheiben sind 4–5 m breit und 5 m hoch und wiegen mit jeweils durchschnittlich rund 0,6 Tonnen etwa halb so viel wie ein Auto. Das Glas muss hohen Beanspruchungen standhalten, zum Beispiel Orkanböen bis zu 150 km/h. Tragwerksplanung und Bauausführung mussten zudem die Wahl besonders schlanker Rahmenkonstruktionen mit geringstmöglichem Glaseinstand berücksichtigen.

PLAZA-EBENE
Oberhalb des alten Kaispeichers befindet sich die nach Fertigstellung öffentlich zugängliche Plaza-Ebene. Die Außenkanten der Plaza-Ebene wurden komplett unterstützungsfrei gebaut. Dafür mussten sämtliche Lasten der Glasfassade über komplizierte statische Systeme in andere Bereiche umgelagert werden.

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