Wissen, das trägt.

Billwerder
Artenschutz.

Tideanschluss Billwerder Insel, Hamburg

Laut Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes soll für die Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe eine ergänzende Kohärenzmaßnahme für die geschützte Pflanzenart Schierlings-Wasserfenchel geplant und in die Planfeststellung aufgenommen werden. Vor dem Hintergrund der ökologischen Ansprüche dieser ausschließlich an der Tideelbe vorkommenden Pflanzenart sind nur ganz spezielle Bereiche als Lebensraum und somit als Standort für eine ergänzende Kohärenzmaßnahme geeignet.

Die Fakten.

Leistungen:
Objektplanung
Tragwerksplanung Dammbalkensystem
Kampfmittelsondierkonzept
Numerische Simulationen
Erstellung DGM
Pflanzplanung

Die Aufgabe.

Der Tideanschluss der Absetzbecken des ehemaligen Elbwasserfiltrierwerkes Billwerder Insel wird als Kohärenzmaßnahme zur Fahrrinnenpassung der Unter- und Außenelbe umgesetzt. Durch die Umgestaltung von zwei jeweils ca. 3,3 ha großen und mit Klinker gedichteten Becken sollen ca. 4 ha Wachstumsfläche für den Schierlings-Wasser-Fenchel geschaffen werden. Es ist geplant, ca. 1.200 aufgezüchtete Pflanzen einzusetzen und weiter durch Ansaat anzusiedeln.

Für die optimalen Wuchsbedingungen wurden die Becken so konzipiert, dass eine größtmögliche Böschungsfläche in einem künstlichen Tideauwald geschaffen wird. Gleichzeitig werden durch die Anpflanzung des Tideauwalds große Verschattungsflächen erzeugt. Unterhalb der flachen Böschungen und außerhalb des Beschattungsbereiches des zukünftigen Auwaldes werden Priele angeordnet. Zur Herstellung der Wuchsbereiche werden Inseln im Beckenbereich hergestellt, in denen der Großteil der vor Ort anfallenden Böden und Klinker unter Zufuhr weiterer sandiger Böden verbaut werden.

Zur Einhaltung wasserrechtlicher und ökologischer Randbedingungen („Verschlechterungsverbot“) wurden die vorhandenen, stark organisch belasteten Beckensedimente vor der Umgestaltung der Becken entnommen und filtriert. Die Entnahme erfolgte mit angestautem Wasser unter Einsatz von schwimmenden Fahrzeugen, da zur Wahrung geotechnischer Sicherheiten ein dauerhaftes Trockenfallen der Becken planungstechnisch ausgeschlossen wurde. Die Beckenumgestaltung erfolgt daher unter Tideeinfluss. Durch den Anschluss der Becken an das Tidegeschehen des Holzhafens wird die Hochwasserschutzlinie hinter dem Sperrwerk Billwerder Bucht unterbrochen. Dementsprechend wird vor dem Anschluss der Becken die Hochwasserschutzlinie durch die Ausbildung eines dichtenden Kleikörpers in einem alternativen Verlauf wiederhergestellt.

Die Lage im Naturschutzgebiet schreibt vor, den baulichen Eingriff so gering wie möglich zu halten und naturschutzfachliche Maßnahmen zum Schutz von Flora und Fauna umzusetzen. Außerdem ist durch naturschutzrechtliche Sperrzeiten die Bauzeit auf die Herbst- und Wintermonate eingeschränkt – ein Umstand, der eine besonders sorgfältige Plaung des gesamten Bauablaufs erfordert.

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