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Innovativer
Brückenschlag.

Verbindungsbrücke für den Geh- und Radverkehr am Bahnhof Harsefeld

Das historisch gewachsene Zentrum des Flecken Harsefeld liegt nördlich des Bahnhofs und der Umgehungsstraße K 26 n. Große – zum Teil neue – Wohngebiete, aber auch das Waldstadion, das Schulzentrum und das Seniorenheim befinden sich im Süden. Mit einem rund 150 m langen und 4 m breiten Brückenbauwerk wird zukünftig eine kürzestmögliche, komfortable und sichere Verbindung der beiden Ortsteile für den Geh- und Radverkehr geschaffen. Weiterhin wird der Bahnhof Harsefeld mit einer Treppe und einer barrierefreien Rampe sowie einer fahrradtauglichen Aufzugsanlage an die Brücke angeschlossen. Damit wird die Attraktivität der Gemeinde erheblich verbessert und ein wesentlicher Beitrag zur Vermeidung von CO2-Emissionen geleistet.

Die Fakten.

Leistungen WK Consult:
Generalplanung
Objektplanung
Tragwerksplanung
Örtliche Bauüberwachung
Öffentlichkeitstermine

Bauvolumen:
ca. 3,5 Mio. Euro (Netto)

Die Aufgabe.

Neben hohen gestalterischen Anforderungen mussten zahlreiche weitere Randbedingungen in der Planung berücksichtigt werden. Beispielsweise musste der Oberkantenverlauf an die erforderlichen Lichtraumprofile der neuen Kreisstraße K 26 n und an die evb-Gleise angepasst werden. Im Gleisbereich wurde darüber hinaus berücksichtigt, dass die Bahnstrecke zu einem späteren Zeitpunkt elektrifiziert werden könnte.

Auf der Lagerfläche des Baumarkts der RAISA im Süden durften keine Brückenpfeiler angeordnet werden. Umfangreiche Variantenuntersuchungen und -analysen ergaben, dass sich eine Schrägseilbrücke mit flach geneigten Zugstäben und Einzelspannweiten von bis zu 32 m am besten für die vorliegende Aufgabenstellung eignet. Das gewählte Tragsystem zeichnet sich durch eine schlanke, filigrane Gestaltung aus. Die Brückenhauptträger wurden als trapezförmige Stahlhohlkästen geplant.

Bei der Fahrbahn handelt es sich um ein versteiftes Stahlblech (sogenannte „orthotrope Platte“) mit Dünnbelag. Die Pylone verjüngen sich dem Kraftfluss folgend nach oben hin, die Querträger im Bereich der Zugstäbe sind als schräge Bleche konstruiert. Dynamische Berechnungen ergaben, dass die Brücke zum Aufschaukeln neigen könnte und daher Schwingungstilger anzuordnen sind. Die Gründung der Pylone erfolgt auf flach gegründeten Stahlbetonplatten. Die Brückenwiderlager werden aus Spundwänden mit Stahlbeton-Kopfbalken hergestellt. Für das Geländer kommt eine extrem transparente Konstruktion mit horizontalen Seilen zur Anwendung. Die Beleuchtung erfolgt blendfrei über die Handläufe. Die schrägen Zugstäbe werden nachts mit sogenannten Lanzenstrahlern dezent inszeniert. Über die Anordnung der Aufzugsanlage und die Einhaltung der Forderungen der DIN 18040 hinaus werden zur Sicherstellung der Barrierefreiheit taktile Bodenelemente vorgesehen.

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